November 8, 2006...7:51 pm

Die Hamas und ihre Opfer

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Wieder einmal sind durch Kampfhandlungen im Gazastreifen Palästinenser getötet worden, und wieder einmal handelt es sich dabei, wenn man den objektiven palästinensischen Berichten glauben schenken will, hauptsächlich um Unschuldige. Frauen, Kinder, Greise. Neuer Kraftstoff für die palästinensische Propagandamaschine und ihre Hilfsaggregate, die internationalen Presseagenturen.

Wieder einmal überraschen uns die Palästinenser mit ihren besonnenen Reaktionen. Die Hamas fordert eine Wiederaufnahme von Selbstmordanschlägen in Israel und kündigt die einseitige Waffenruhe auf. Eine Waffenruhe, die vor allem deshalb einseitig war, weil sich die anderen palästinensischen Terroristen nicht von der Hamas vorschreiben lassen, wann IsraelisJuden zum Abschuss freigegeben sind und wann nicht. Anders ist der fortgesetzte Raketenbeschuss kaum zu erklären. Außerdem wurde von Hamas zu Anschlägen auf US-Einrichtungen in der Region aufgerufen. In Gaza-Stadt wurde ein Büro der Euroäischen Union beschossen. Gewaltanwendung gegen Institutionen also, von denen man sich die weitere Finanzierung des selbstverschuldeten Elends erhofft. Handelt es sich dabei lediglich um eine besonders gefährliche Form der Blödheit, oder ist das schon ein besonders dreister Erpressungsversuch?

Und wieder einmal hat die israelische Führung nichts Besseres zu tun als ihr Bedauern auszudrücken und alle Schuld auf sich zu nehmen, noch ehe die näheren Umstände geklärt sind. Ein Reflex, den jede israelische Regierung spätestens seit den Propagandalügen über den Tod Mohammed al-Duras oder über das Massaker von Jenin unterdrücken müsste, um nicht noch zusätzlich zur Mythenbildung beizutragen. Im Krieg werden Fehler gemacht, und leider sind die Leidtragenden dieser Fehler häufig Zivilisten.

Um das Wohl der Zivilbevölkerung geht es den Verbrechern in den Reihen der Palästinensern, allen mediengerechten Krokodilstränen zum Trotz, aber gar nicht. Andernfalls würden sie nicht wiederholt und offenkundig den Tod von Zivilisten, von ihren eigenen wohlgemerkt, billigend in Kauf nehmen. Wir kennen alle die Bilder von vermummten Terroristen, denen die unmittelbare Anwesenheit von Kindern in der Nähe von Waffen nichts ausmacht. Die Meldungen über den Tod von menschlichen Schutzschilden in Frauenkleidern sind keine Woche alt. Dass sich auch Terroristen gerne in Frauenkleider hüllen und ihr Antlitz vor der Öffentlichkeit durch das Tragen von eigentlich für den weiblichen Teil der Gesellschaft vorgesehene Verhüllungsutensilien verbergen erfährt man in diesen Meldungen allerdings kaum. Dafür brauchts dann schon Blogs wie “Letter from Rungholt”. Lila geht dort in einem lesenswerten Beitrag auch auf die zynische Taktik und die Asymmetrie der Opferzahlen ein:

Wir sind diesen zynischen Taktiken nicht gewachsen. Wären wir es, würden wir ganze Wagenladungen von Kindern und Jugendlichen nach Sderot karren, um so viele wie möglich den Raketen auszusetzen, sie dann zu filmen und vor den Kameras unsererseits Gewalt zu schreien. Das haben wir aber nicht in uns. Wir schützen unsere Zivilisten, wie auch im Libanon-Krieg, in Bunkern, wodurch weniger Zivilisten ums Leben kommen – was wir dann angekreidet bekommen. Sollen wir uns etwa auf die Straße stellen, wenn Raketen fallen, nur um die Opferzahlen ausgeglichen zu halten?

Das beschreibt das Dilemma Israels. Und selbst wenn die Israelis in der Form gegen die Genfer Konvention verstoßen würden, wie dies die Palästinenser fortlaufend tun, es würde nicht zu mehr Verständnis oder gar zu einem schnelleren Frieden führen. Frieden wird es geben, wenn die Palästinenser einen echten Frieden wollen. Noch sind die Palästinenser bzw. ihre terroristische, demokratisch gewählte Führung offensichtlich nicht soweit. Denn wie passt der Wille zu einem echten Frieden zur Forderung des Regierungssprechers(!) der Palästinenser, die Existenz Israels zu beenden, also Israel zu vernichten?

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