Nun ist Saddam also zum Tode verurteilt worden. Das Strafmaß ist keineswegs überraschend, und meine Bestürzung über ein weiteres Todesurteil in der Welt hält sich in diesem Fall auch ziemlich in Grenzen. Ich halte die Todesstrafe grundsätzlich zwar für falsch, in diesem Fall gilt aber auch für mich: Ein bißchen schwanger gibt es doch.
Es ist aber bezeichnend, dass nun neben sogenannten Menschenrechtsorganisationen ausgerechnet europäische Politiker wie der italienische Ministerpräsident Prodi oder der französische Außenminister Douste-Blazy das Urteil kritisieren. Wenn es nach diesen europäischen Politikern gegangen wäre, würde das Regime Saddam Hussein vermutlich heute noch bestehen.
Nicht nur ich wundere mich über das plötzliche Engagement europäischer Politiker für die Abschaffung der Todesstrafe im Irak und frage mich, welche Beweggründe wirklich dahinterstecken. Die Sorge um einen Bürgerkrieg kanns ja eigentlich nicht sein. Zum einen gibts den ja schon länger, wenn man vor allem linken Kommentatoren glauben darf, zum anderen würde ein Verzicht auf die Vollstreckung des Urteils auch nicht dazu beitragen, die Schiiten und andere Gegner des gefallenen Regimes zu besänftigen.


